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Asturien

Tradition und Identität von Asturien

In 11 km Entfernung von Cangas de Onis befindet sich das Heiligtum von Covadonga, eine für die Bewohner Asturiens ausgesprochen bedeutsame Stätte, an der Natur, Religion und Geschichte sich ein Stelldichein geben. Im Anschluss an den Sieg Pelayos in der Schlacht von Covadonga im Jahre 722 entwickelte sich ein christlicher Kult an diesem Ort, der seit mehr als 12 Jahrhunderten bis heute als Wallfahrtsstätte dient. Die dezimierte christliche Armee ging siegreich aus der Schlacht hervor, Pelayo wurde König, und das Kreuz sowie die prophetische, göttliche Botschaft wurden auf Flagge und Wappen der asturischen Monarchie verewigt. Heute umfasst das Ensemble die Basilika von Covadonga, die Höhle mit einer kleinen Kapelle, kirchliche Gebäude sowie Hotels und Gaststätten.

El Repelao. Den Zugang zum Heiligtum von Covadonga und zum Nationalpark „Picos de Europa“ markiert der Obelisk „El Repelao“. Der Legende nach ist dies der Ort, an dem sich Pelayo von den asturischen und kantabrischen Kriegern zum Anführer bestimmen ließ.

Die Höhle. Zwei Wege führen zu der Höhle, einer über den Vorplatz der Basilika und der zweite über die Treppe am Fuße des Berges, in dem sich die Höhle befindet. Viele Pilger erklimmen diese „Treppe der Versprechen“ auf Knien und lösen damit ein Versprechen ein oder richten eine Bitte an die „Jungfrau von Covadonga“. Deren Abbild befindet sich in der kleinen Kapelle im Inneren der Höhle. Das Heiligenbild der Santina. Das heute sichtbare Heiligenbild der Santina stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Rat der Kathedrale Oviedos als Ersatz für das romanische Bild gestiftet, das bei einem Brand Opfer der Flammen geworden war. Am Fest- und Ehrentag der Heiligen können die Besucher den Glanz ihrer prächtigen, original erhaltenen Kronen bewundern, gefertigt aus Platin und mit Diamanten und Edelsteinen besetzt. Den Rest des Jahres sind diese im Museum zu besichtigen.

Grabstätten. Bevor man das Heiligenbild der Jungfrau erreicht, passiert man ein Grab mit der Inschrift: „Hier ruht der heilige König Don Pelayo, gewählt im Jahre 716, der in dieser wunderbaren Höhle die Rückeroberung Spaniens begann. Nach dem Sieg über die Mauren im Jahre 737 gestorben, ruht er hier in Begleitung seiner Frau und seiner Schwester.“ An diesem Ort ruhen die Gebeine Pelayos, seiner Frau und seiner Schwester sowie von Alfons I. und seiner Frau. Quelle der Ehe. Am Fuße der „Heiligen Höhle“ befindet sich die sogenannte „Fuente del Matrimonio“ (Quelle der Ehe), welcher der Volksglauben die Fähigkeit zuschreibt, all jene Mädchen zum Altar zu führen, die aus ihr trinken. Stiftskirche von San Fernando. Bei der Stiftskirche von San Fernando handelt es sich um das älteste in Covadonga erhaltene Gebäude. Sie wurde im 16. Jahrhundert an den Berg hinangebaut, und zwar an der Stelle des mittelalterlichen Klosters. In dessen Kreuzgang sind einige wunderschöne romanische Grabstätten erhalten, die wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammen Heiligtum führenden Wegs erklommen hat, erreicht man die über steilen Abhängen errichtete Basilika. Für ihren Bau wurde der rosafarbene Kalkstein der umliegenden Berge verwendet. Ihr theatralisch wirkender Standort ist ebenso beeindruckend wie die Werke in ihrem Inneren: die von Juan Samsó gefertigte sitzende Jungfrau Maria, die Gemälde Madrazos, die Pelayo in Covadonga zeigen, sowie die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel von Carducho – ein hervorragendes Werk aus dem Barock.

Museum von Covadonga. Das Museum lädt den Besucher auf eine spannende Reise durch die Geschichte des Heiligtums ein. Es umfasst eine Reihe von Gemälden, die die Könige von Asturien zeigen, sowie interessante Schmiedearbeiten, Skulpturen (ein Christus aus Elfenbein) und dekorative Kunstwerke wie der goldbestickte Umhang, den Königin Isabel II. für die Jungfrau anfertigen ließ. Die „Campanona“. Spektakuläre, 3 m hohe Glocke mit einem Gewicht von 4 Tonnen, verziert mit Szenen aus der Göttlichen Komödie. Auf der Weltausstellung in Paris 1900 wurde das Werk mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Park des Prinzen. Man durchstreift den Park vorbei an üppiger Vegetation und schönen Holzbrücken, die neben einzigartigen architektonischen Stücken die Schönheit des Ortes noch unterstreichen und seinen historischen und künstlerischen Wert hervorheben. Weitere Gebäude von Interesse. Das Hotel Pelayo (1908), das „Haus der Musiker“ (18. Jahrhundert), das „Wirtshaus der Pilger“ (18. Jahrhundert). Letzteres war seinerzeit die einzige Herberge des Heiligtums; später waren hier die Sängerknaben von Covadonga und die ehemaligen Schulen untergebracht. Heute wird das Gebäude als Herberge sowie für Jugendbegegnungen genutzt, die im Park des Prinzen stattfinden.

WEGE IN DER UMGEBUNG COVADONGAS

Von Muñigo nach Covadonga. Dieser etwa 1,5 km lange Weg beginnt am an der AS-262 gelegenen Parkplatz von Muñigo. Man überquert eine hölzerne Fußgängerbrücke und steigt einen durch den Wald mit Kastanien, Birken und Ahornbäumen führenden Weg hinauf, der im westlichen Teil des Gebäudeensembles von Covadonga endet.

Route zum Kreuz von Priena.
Dieser Weg führt uns in über 700 m Höhe. Der Aufstieg belohnt den Wanderer mit einem herrlichen Blick auf das Meer, den Sueve, auf Arriondas und Cangas de Onis, auf die Straße der Seen und die höchsten Gipfel dieser Täler. Die eineinviertelstündige Wanderung startet unweit von El Repelao (AS-262). Der Zickzack-Weg führt auf den durch das „Kreuz von Priena“ oder auch „Kreuz von Pelayo“ gekrönten Gipfel. Hier lockte Pelayo die sarazenischen Truppen im Jahre 722 in einen Hinterhalt, und die darauf folgende Schlacht von Covadonga läutete die spanische Reconquista ein.

Route Vega de Orandi. PR-PNPE-6.
Der Pfad zur Vega de Orandi, eine der schönsten Landschaften des Gebiets, startet direkt am Heiligtum von Covadonga. Wir steigen an den Hängen des Monte Auseva durch einen schönen Wald auf, bis wir den Colladín de Orandi erreichen. Hier beginnt der Abstieg, der uns zur Vega de Orandi führt.

Route zu den Seen von Covadonga.
Den wichtigsten Zugang ins Innere des Nationalparks Picos de Europa stellt die Straße dar, die direkt zu den Seen führt. Der kurvige Aufstieg belohnt mit einem Panoramablick, der die gesamte Umgebung umfasst. Die Seen (Enol und Ercina) sind ein Ort von großer natürlicher Schönheit. Hier bieten sich dem Besucher zahlreiche Möglichkeiten – von einem einfachen Rundgang ab dem Parkplatz Buferrera bis hin zu der unendlichen Vielfalt an Wegen und Pfaden mittlerer und hoher Schwierigkeit, die sämtliche Winkel des Parks erkunden.

PILGERWEGE

Ruta de las Peregrinaciones (Pilgerroute).
Von Oviedo nach Covadonga. Diese 104 km lange Strecke führt in 7 Etappen durch Dörfer und Täler sowie über Bergwiesen: Oviedo - Ctra. la Gargantada (15,0 km); Gargantada - Alto del Espinadal (17,5 km); Alto del Espinadal - Puente Miera (16,7 km); Puente Miera - Espinaredo (9,5 km); Espinaredo - La Matosa (14,0 km); La Matosa - Cangas de Onís (19,5 km), Cangas de Onís - Covadonga (13,5 km).

Travesía Andariega.
Von Gijón nach Covadonga. Dieser Fernwanderweg von etwa 75 km Länge führt in drei Etappen durch wunderschöne Naturlandschaften: Deva - Amandi (25,0 km); Amandi - Llames de Parres (25,0 km), Llames de Parres - Covadonga (25,0 km).

Die historische Route von Llanes nach Covadonga. Dieser vor einigen Jahren neu erschlossene Weg führt in drei Etappen durch wunderschöne Naturlandschaften: Llanes - Los Callejos (15,6 km); Los Callejos - Vega del Puerto - Corao (19 km), Corao - Abamia - Cruz de Priena - Covadonga (9 km).

Auf den spuren Amerikas: die „Indianos“

Auf der Suche nach einem besseren Leben machten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein viele Asturer auf in Richtung Amerika. Aus allen Teilen des Landes begaben sie sich auf eine lange Reise, von der später viele als gemachte Leute in ihre Heimat zurückkehrten.

Angesichts des starken Bevölkerungswachstums und der Knappheit der Ressourcen, oder auch in der Hoffnung, dem Militärdienst zu entgehen, wagten viele ein Abenteuer, das Unternehmungslust und harte Arbeit bedeutete. Durch den engen Kontakt zu anderen Emigranten konnten die Auswanderer ihre Identität bewahren. Viele der Rückkehrer investierten den in Übersee erworbenen Reichtum als Einzelperson oder im Rahmen von Wohlfahrtsverbänden in die Konstruktion von Straßen, die Installation von Straßenbeleuchtung, den Bau von Plätzen, Brunnen und Waschplätzen in ihrem Heimatland. Vor allem aber wurden in zahlreichen Dörfern Schulen gegründet, ausgestattet und unterhalten, sowie Lehrer bezahlt, was in vielen Ecken des Landes eine Grundbildung möglich machte.

Mit prächtig dekorierten Palästen, riesigen Villen und prunkvollen Häusern, die von der neu erworbenen bürgerlichen Mentalität der Heimkehrer zeugten, strebten viele von ihnen danach zu zeigen, dass sie die soziale und wirtschaftliche Leiter emporgestiegen waren und sich von ihren Mitbürgern abhoben. Die Architektur entwickelte sich zu einem Zeichen des sozialen Ranges. Auch die meist mit einer majestätischen Palme versehenen Gärten, die viele dieser Bauten umgeben, zeugen von diesem Statusunterschied. Nicht zuletzt versuchte man durch prächtige Grabstätten und Familiengräber, seinen neu gewonnen Status auch aufs Jenseits auszudehnen.

Am besten lässt sich die historische Tragweite dieses Phänomens in der Stiftung „Archivo de Indianos“ – Museum der Emigration entdecken, die in Quinta Guadalupe, in Colombres (Ribadedeva), in einem hübschen Herrenhaus untergebracht ist, das der nach Mexiko ausgewanderte Íñigo Noriega 1906 erbauen ließ.

In ganz Asturien haben die „Americanos“ oder „Indianos“ – aus Amerika reich in ihre Heimat zurückgekehrte spanische Auswanderer – ihre Spuren hinterlassen. Gute Beispiele finden sich an der Westküste zum Beispiel in Navia (mit Wohnvierteln wie Tox oder Villapedre), Valdés (mit der größten Anzahl markanter Gebäude rund um Barcellina oder Villar) sowie Cudillero. Ein Ort, der aufgrund der außerordentlichen Qualität der hier konzentrierten Architektur und der schieren Anzahl an Herrenhäusern mit Gartenanlagen besondere Erwähnung verdient, ist Somao (Pravia).

Die „indianische“ Route in Llanes macht den Besucher mit den herausragendsten Beispielen der über den Ort verteilten architektonischen Juwelen vertraut. Weitere interessante Routen gibt es in Cangas de Onís mit einer Gruppe prächtiger Chalets vom Anfang des 20. Jahrhunderts, Piloña (Sevares, Villamayor und Coya), Caravia sowie weiteren Orten im östlichen Asturien.

Teilweise wurden Grünflächenpflege und Gärtnerei auch in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. So ist es in Asturien keine Seltenheit, dass öffentliche Parks mit „indianischem“ Kapital finanziert und gestiftet wurden – so zum Beispiel der Park Vicente Loriente in Castropol oder der Park Ballina in Villaviciosa.

Anfang Juli wird die Feria Indiana, die „indianische Messe“ gefeiert. Dann verwandelt Colombres sich in einen riesigen Markt mit Waren und Gütern aus Übersee, die Seite an Seite mit handwerklichen und gastronomischen Produkten der Region angepriesen werden. Führungen, musikalische Darbietungen und Ausstellungen runden das Fes-Stiftung „Archivo de Indianos“ (Colombres) tprogramm ab.

Das Erbe der Industrialisierung: Das Vermächtnis der Arbeiterbewegung

Die tiefgreifendste und schnellste Veränderung erlebte Asturien durch die Industrialisierung. Als das traditionelle, seit dem Mittelalter etablierte Gesellschaftsmodell in eine Krise trat, begann das moderne Zeitalter – mit Wirtschaftskapitalismus, städtischer Expansion und natürlich der Arbeiterbewegung. Dies hatte organisatorische Auswirkungen: Zwar war das gesamte Fürstentum von Veränderungen betroffen, jedoch befand sich das mittlere Drittel, in dem sich Kohlebergbau und Eisenmetallurgie konzentrierten, in einer begünstigten Lage.

Eisen- und Stahlfabriken wurden zunächst in den Kohlerevieren errichtet, bis das erste integrierte Stahlwerk Spaniens, ENSIDESA, in Avilés gebaut wurde. Die Verkehrsverbindungen (insbesondere Bahnstrecken und Häfen) entwickelten sich im Gleichschritt mit. Auf dem Gebiet der Energieproduktion ergänzten sowohl die anfänglichen kleinen Wasserkraftwerke im Gebirge (La Malva, in Somiedo) als auch die großen Staudämme der Nachkriegszeit (Grandas oder Tanes) die Wärmekraftwerke und die wenigen urbanen Produktionsstätten wie das Gaskraftwerk in Oviedo.

Auch das alltägliche Leben änderte seinen Kurs. Das ländliche Gehöft, auf dem gemeinsam gewirtschaftet und gewohnt wurde, verlor seine Vorrangstellung. Und zwar nicht nur aufgrund der Abwanderung in die Städte, wo Arbeiterviertel und Mietshäuser errichtet wurden: Quartiere und Baracken für Arbeiter schossen vielerorts und auch in ländlichen Gebieten oder im Gebirge aus dem Boden. Der sogenannte „industrielle Paternalismus“ sorgte für eine neue Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber, der neben einer Unterkunft außerdem für die Energieversorgung (Konsumgenossenschaften), ärztliche Betreuung (kleine Krankenhäuser) und Bildung (religiös geleitete Schulen) sorgte.

Ein wunderbares Beispiel für den „industriellen Paternalismus“ stellt Bustiello (Mieres) dar, ein nach dem Modell einer Gartenstadt angelegter Ort. Seine Bewohner kamen in den Genuss hochqualitativer Gebäude und einer umfangreichen Betreuung. Dies zeigt sich sowohl in den Reihenhäusern als auch in den Einrichtungen, die die Steinkohlengesellschaft „Sociedad Hullera Española“ bereitstellte, um die Einwohner zu umsorgen, an sich zu binden und – kurz gesagt – zu kontrollieren: Schulen, Krankenhaus, Konsumgenossenschaft, Kirche, Erholungszentrum ...

Der Hafen von San Esteban de Pravia (Muros de Nalón) verbindet auf harmonische Weise seine derzeitige Nutzung zu Fischerei- und Freizeitzwecken mit der erfolgreichen Bewahrung des reichen industriellen Erbes dieses einst wichtigsten Kohlehafens in Spanien. Der Besucher kann einen Blick auf die verschiedenen Hafengebäude werfen (Zoll, Kommandantur, Lagerhallen, Hafenaufsicht ...), am in einen Fußgängerpfad umgewandelten Gleisbett der ehemaligen Schmalspurbahn entlangspazieren, oder die majestätischen Kräne zum Laden von Frachten und die sanierten Verladeplätze für Mineralprodukte bestaunen.

Daneben wartet das Fürstentum mit weiteren Beispielen aus der Anfangszeit der Industrialisierung auf. Das Bergwerksmuseum von Arnao (Castrillón) beherbergt den ersten vertikalen Tiefenschacht Asturiens zur Mineralgewinnung, mit einem mit Zinklamellen verkleideten Förderturm, den die „Real Compañía Asturiana de Minas“ betrieb. Der Besucher kann durch das Fabrikdorf mit Wohnhäusern (sowohl der Arbeiter als auch der Unternehmensleiter und Eigentümer), Schulen, Konsumgenossenschaft usw. spazieren, oder einen Blick auf die in seiner Anfangszeit installierte Bahnstrecke werfen, die den Ort mit San Juan de Nieva verband.

In Cuenca del Caudal ist ein Besuch ein absolutes Muss: Das Valle de Turón (Mieres) beeindruckt mit Relikten des Bergbaus, die sich über den schmalen Grund und die steilen Hänge des Tals verteilen. Hier steht der Förderturm Pozo Santa Bárbara (1914), der als erster zum „geschützten Kulturgut des Fürstentums“ erklärt wurde. Das Valle del Caudal hat in der Bergbaugeschichte der Region sein ganz eigenes Kapitel geschrieben und blickt auf ein Vermächtnis, das es sich lohnt zu entdecken. Das Ecomuseo del Valle de Samuño in Langreo ist ebenfalls unbedingt einen Besuch wert. Es umfasst den ehemaligen Förderturm Pozo San Luis, das zugehörige Bergbaudorf La Nueva, sowie die Bergwerksbahn zum Transport der Kohle, mit der die Besucher des Ökomuseums den Weg nachvollziehen können, den das einst hier geförderte schwarze Gold nahm.

Eine Alternative, um den Besuch ehemaliger Produktionsstätten mit körperlicher Bewegung in der freien Natur zu verbinden, bieten die alten, einst für den Bergbau genutzten Bahnstrecken, die mittlerweile als Wege für Fußgänger und Radfahrer dienen – wie zum Beispiel der Senda del Oso, der die Gemeinden Santo Adriano, Proaza, Teverga und Quirós durchquert, die Vía Verde in Turón (Mieres) oder die über 7 km lange Vía Verde in La Camocha (Gijón) zwischen La Camocha und Los Campones.

In den letzten Jahren wurden in Asturien drei Einrichtungen eröffnet, die sich mit der historischen Interpretation und Erforschung der drei Pfeiler befasst, auf die sich die Industrialisierung Asturiens stützt: das Museum für Bergbau und Industrie, das Museum der Eisenindustrie sowie das Eisenbahnmuseum.

DAS MUSEUM FÜR BERGBAU UND INDUSTRIE (MUMI)

In El Entrego (San Martín del Rey Aurelio) gelegen. Die ständige Ausstellung führt den Besucher durch die technische Geschichte des Bergbaus in Europa – vom Zeitalter der Dampfmaschine bis zur Blütezeit der Industrialisierung in Asturien. Dabei wurden von den Bergarbeitern genutzte Räumlichkeiten nachgebildet, so zum Beispiel der Brennraum, die Krankenstation oder das Duschhaus.

Den Mittelpunkt des MUMI bildet ein metallenes Fördergerüst unter freiem Himmel, während das „Modellbergwerk“ im Untergeschoss den Höhepunkt der Besichtigung darstellt. Hier wurde das Innere eines Bergwerks in Originalgröße und mit echten Werkzeugen und Ausrüstungen nachempfunden, wodurch dem Besucher die wichtigsten Aspekte des Abbaus und der Förderung von Kohle, ihres Transports innerhalb der Mine sowie der Luftzufuhr im Bergwerk erläutert werden. Die Einfahrt in den Schacht erfolgt mit dem Förderkorb, ein überaus ergreifender Moment. Zudem nimmt der Besucher die Gerüche und Geräusche des Bergwerks wahr – natürlich ohne den Gefahren ausgesetzt zu sein, denen einst die Bergarbeiter gegenüberstanden.

DAS MUSEUM DER EISENINDUSTRIE (MUSI)

Das Besucherzentrum des Museums ist in einem beeindrukenden Kühlturm des ehemaligen Stahlwerks der Gruppe Duro Felguera in Langreo untergebracht. Das im 19. Jahrhundert gegründete und in Spanien wegweisende Unternehmen bietet dem Besucher einen historischen Überblick, der von der Unternehmensgründung und ihrer Bedeutung für die Bevölkerung und den Landstrich ausgeht. Modelle, Tafeln, interaktive Module und Sammlerstücke bieten Informationen über die Entwicklung des Betriebs und seiner Einrichtungen, und informieren darüber, welche Auswirkungen sich für den Ort Langreo ergaben.

Darüber hinaus bietet das MUSI neben Führungen durch die ständigen Ausstellungen auch optionale Rundgänge durch die unmittelbare Umgebung an – wie zum Beispiel „Arbeiterwohnungen in La Felguera: Lebensräume“ oder „La Felguera, vom Unternehmergeist Pedro Duros und den Ursprüngen und der Entwicklung eines Ortskerns“.

DAS EISENBAHNMUSEUM

Untergebracht in den sanierten Einrichtungen des einstigen Nordbahnhofs von Gijón. Das Museum befasst sich mit der Erhaltung, Erforschung und Verbreitung der Eisenbahngeschichte Asturiens. Es bietet einen umfassenden Überblick über die Zusammenhänge zwischen dem Aufkommen der Eisenbahn und der sozialen, technischen und wirtschaftlichen Geschichte, und untersucht die Auswirkungen von industrieller Revolution und technologischer Entwicklung im Anschluss an die Einführung der Eisenbahn in der Region.

Das Museum umfasst über fünfzig mobile, restaurierte und teils noch funktionstüchtige Ausstellungsstücke des asturischen Eisenbahnnetzes, das zu den dichtesten Spaniens zählt. Dampflokomotiven, alte Waggons und viele weitere Objekte von großem Wert sind auf alten Gleisen ausgestellt und bescheren dem Besucher ein rundum faszinierendes Erlebnis.